Landkarten

Landkarten des ehemals geteilten Deutschlands mit Kurzinformationen.

Schleswig-Holstein

Landkarten von Schleswig-HolsteinDie in der Lübecker Bucht vorhandene Seegrenze zur DDR hatte eine Länge von 14,9 Kilometer. Über deren Verlauf und Kennzeichnung einigten sich beide deutsche Staaten 1974. Die Seezeichenentsprachen dem internationalen Betonnungssystem "A".

Vom Priwall bei Lübeck bis Lauenburg an der Elbe erstreckte sich über eine Länge von 136,6 Kilometer die LandesgrenzeSchleswig-Holsteins zur DDR bzw. deren Bezirke Rostock und Schwerin.

Durch die Teilung Deutschlands verlor die Hansestadt Lübeck einen großen Teil ihres Hinterlandes. In der Zeit der Existenz des "Eisernen Vorhanges" waren rund 40 Kilometer der 120 Kilometer langen Stadtgrenze identisch mit der Landesgrenze zur DDR.

Trotz der konträren Grenzsituation wurde der Schaalsee von Fischern aus Schleswig-Holstein und der DDR bewirtschaftet. Die Große Maräne, ein lachsartiger Fisch, hatte es ihnen angetan.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg war der einzige schleswig-holsteinische Landkreis unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Durch das Barber-Lyaschenko-Abkommen vom 13. November 1945 erhielt er mecklenburgische Gebietsteile und mußte dafür andere Teile an Mecklenburg abtreten.

Niedersachsen

Landkarte von NiedersachsenVon Bleckede an der Elbe bis Friedland (Grenzdurchgangslager) im Eichsfeld erstreckte sich über eine Länge von 549,9 Kilometern die Landesgrenze Niedersachsens zur DDR bzw. deren Bezirke Schwerin, Magdeburg und Erfurt.

In der gesamten Zeit der Teilung konnte keine Einigung über den Grenzverlauf im 95 Kilometer langen Abschnitt der Elbe und einer etwa 1,2 Kilometer langen Strecke der Warmen Bode südostwärts von Braunlage erzielt werden.

Nach dem Abschluß des "Grenzpfeilerabkommens" 1976 erfolgte durch die Braunschweigischen KohlenBergwerke AG Helmstedt und dem Tagebau Harbke der Abbau der in der Grenzregion bedeutsamen Braunkohlevorkommen. Ein Zaun trennte die beiden Abbaubereiche.

Die größte und bedeutendste Grenzkontrollstelle an der innerdeutschen Grenze befand sich an der Autobahn Hannover - Berlin (Helmstedt / Marienborn). Über sie wurde auch der Verkehr der Alliierten von und nach Berlin abgewickelt.

Während des Kalten Krieges wurde die Situation aufdem Brocken wesentlich durch die Grenzlage und militärtechnische Einrichtungen bestimmt.

Hessen

Landkarte von HessenVon Witzenhausen an der Werra bis Wüstensachsen in der Rhön östlich von Fulda erstreckte sich über eine Länge von 269,7 Kilometern die Landesgrenze Hessens zur DDR bzw. deren Bezirke Erfurt und Suhl.

Durch das Wanfrieder Abkommen vom 17. September1945 erfolgte ein Gebietsaustausch. Davon waren fünf hessische und zwei thüringische Dörfer betroffen. Züge auf der "Whisky-Wodka-Linie"mussten nicht mehr die sowjetisch besetzte Zone durchfahren.

Von 1972 bis zur Wiedervereinigung war der"Point Alpha" eine der markantesten Beobachtungspunkte der US-Streitkräfte in Europa. Er lag im Zentrum der NATO-Verteidigungslinie FuldaGap (Fuldaer Lücke).

Im Ergebnis des Grundlagenvertrages zwischen beiden deutschen Staaten konnten die Kaliwerke im Raum Heringen ihre Produktion über eine Eisenbahnlinie durch das Gebiet der DDR nach Bebra transportieren.

Spektakuläres Beispiel für die widernatürliche deutsche Teilung war die Hoßfeldsche Druckerei in Philippsthal. Über viele Jahre war die Verbindungstür zum östlichen Gebäudeteil zugemauert. Bis 1976verlief hier die Grenze zur DDR quer durch das Gebäude.

Bayern

Von Fladungen in der Rhön bis zum gemeinsamen Dreiländereck mit der CSSR und der DDR bei Prex erstreckte sich über eine Länge von 421,9 Kilometern die Landesgrenze Bayerns zur DDR bzw deren Bezirke Suhl, Gera und Karl-Marx-Stadt.

Über Jahrzehnte hinweg galt das Dorf Mödlareuth als Symbol der deutschen Teilung. Während sich die Bewohner des östlichen Teiles den Reglementierungen des Grengesetzes der DDR fügen mussten, erlangte der westliche Teil des Ortes Berühmtheit als traurige Touristenattraktion.

In einem Gespräch während des offiziellen Besuches von Erich Honecker in der Bundesrepublik befürwortete am 11. September1987 in München der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß die Schaffung eines neuen Grenzübergangs bei Ludwigsstadt an der B 85 sowie den Bau der Autobahn Hof-Plauen.

Berlin

Landkarte von BerlinDie Länge der Grenze von Berlin (West) zum Bezirk Potsdam in der DDR und zu Berlin (Ost) betrug 161 Kilometer.

Über Jahrzehnte hinweg galt die Stadt als Symbol der deutschen Teilung. Eine erste Prüfung musste Berlin (West) während der Blockade 1948/49 bestehen. Die konträren Positionen der Sowjetunion gegenüberden westlichen Alliierten bezüglich der weiteren Nachkriegspolitik in Deutschland und dessen Hauptstadt waren dabei die wesentliche Ursache.

Mit den am 13. August 1961 beginnenden Abriegelungsmaßnahmen in Verantwortlichkeit der DDR und in Abstimmung mit ihren Bündnispartnern wurde dabei ein weiterer Höhepunkt erreicht. Uber 28 Jahre sollte dieser Zustand anhalten.

Eine jähe Wende trat in den Abendstunden des 9.November 1989 ein, nachdem durch das SED-Politbüromitglied, Günter Schabowski, auf einer Pressekonferenz die neue Reiseregelung für DDR-Bürger bekannt gegeben wurde. Es setzte ein starker Andrang an den Grenzübergangsstellen ein, so auch am Übergang Bornholmer Straße. Bedingt durch die eskalierende Situation gab der verantwortliche diensthabende Offizier eigenmächtig den Befehl, den Grenzübergang zu öffnen.

Grenzübergänge

Grenzübergänge an der deutsch-deutschen Grenze

© Ingolf Hermann, Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth