Das Grüne Band

Kreuzotter, aufgenommen am 3.Oktober 2007 an der bayerisch-thüringischen Grenze nahe des "Schwarzen Moores".

Die Fotos auf dieser Seite stammen vom Webmaster der Grenzerinnerungen. Der Text (außer die Bildunterschriften) stammt von der Webseite des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (B.U.N.D).

Das Grüne Band bei Lauenstein zwischen Bayern und Thüringen im Juli 2001

"Mitten durch unser Land zieht sich von der Ostsee bei Travemünde bis zum Dreiländereck bei Hof ein 1393 Kilometer langes Grünes Band. Eine Perlenkette wertvoller Biotope mit Altgrasfluren, Busch- und Waldparadiesen, Sümpfen und Heiden. Hier haben seltene Tierarten wie Braunkehlchen, Schwarzstorch und Fischotter eine Heimat gefunden. Der BUND will dieses einmalige Naturband erhalten und für die Zukunft sichern. Sie können uns dabei helfen!"

  

Zaunechse, aufgenommen am 1.August 2007 auf Bayerisch-Thüringeschem Grenzstein nahe des "Schwarzes Moores".

"Europas längstes Biotop ... Als Grünes Band wird die wertvolle Biotopkette entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze bezeichnet. Das Grüne Band ist das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt, das im November 1989 – unmittelbar nach Öffnung der Grenze – vom BUND, federführend vom Bund Naturschutz Landesverband Bayern zusammen mit engagierten Naturschützern aus der DDR ins Leben gerufen wurde. Mit 1393 km Gesamtlänge geht es um den längsten Wald- und Offenland-Biotopverbund Deutschlands, an dem westlich und östlich neun Bundesländer beteiligt sind BUNDgruppen. Als zentrales Grünes Band wird dabei der Bereich zwischen dem durch Spurplatten befestigten Kolonnenweg und der ehemaligen deutsch-deutschen Staatsgrenze definiert, der eine Breite von 50-200 Meter fasst. Wird eine Durchschnittsbreite von 100 m zugrunde gelegt, dann nimmt das zentrale Grüne Band eine Fläche von ca. 14.000 ha ein. Gerade in strukturarmen Gebieten ist das Grüne Band oft die einzige intakte Biotopkette, an die bei künftigen Renaturierungsmaßnahmen angeknüpft werden könnte. Die hohe naturschutzfachliche Bedeutung liegt vor allem darin, dass dieses Band noch (!) vergleichsweise ununterbrochen ist. Bis heute sind entlang des Grünen Bandes 181 Naturschutzgebiete ausgewiesen worden, 47 befinden sich in Planung.

 

In der sogenannten "Aue" bei Lehesten/Thüringen im Juli 2002

Das Grüne Band ist somit das größte Naturschutz-Einzelprojekt in Deutschland. Der Schutz und Erhalt des Grünen Bandes ist jedoch durch Verkauf bundeseigener Flächen und landwirtschaftlicher Nutzung akut gefährdet. Hinzu kommen die schwierigen und noch ungeklärten Besitzverhältnisse. Die größte Gefahr für das Grüne Band ist der Zugriff der Landwirtschaft, indem die seit Jahrzehnten brachliegende Flächen umgeackert oder zu Intensivgrünland entwertet werden. Angesichts der Tatsache, dass mit Millionenaufwand an Steuermitteln anderswo in der Agrarlandschaft Biotopvernetzungen mühsam erst aufgebaut werden müssen, erscheint es aus ökologischer und ökonomischer Sicht fatal, wenn diese national bedeutende Biotopverbundachse des Grünen Bandes zerstört werden würde. Unser Ziel ist es deshalb diese einmalige Biotopkette als möglichst zusammenhängendes Grünes Band zu sichern!"

 

Ein sehr seltenes Adonisröschen, aufgenommen im März 2007 im ehemaligen Grenzgebiet bei Rhoden (Sachsen-Anhalt).