Heinersdorf

Ähnlich wie z.B. die Dörfer Böckwitz oder Hötensleben hatte auch das thüringische Heinersdorf besonders unter der deutschen Teilung zu leiden. Es befand sich im 500-Meter Schutzstreifen und war fast komplett von der Außenwelt abgeschnitten. In Richtung Bundesrepublik durch die 1982 errichtete Mauer, zum Hinterland durch den sogenannten "Schutzstreifenzaun". Nur mit Passierschein durften die Heinersdorfer ihren Ort betreten und nur nach der Erteilung von Sondergenehmigungen Besuch erhalten.

Besonders erwähnenswert ist der Mut, mit dem Heinersdorfer Bürgerinnen und Bürger im November 1989 die Öffnung "ihrer" Mauer erzwangen. Wer mehr über diese spannende Geschichte wissen will, dem sei das Buch "Wider das Vergessen. 10 Jahre Grenzöffnung Heinersdorf-Welitsch" empfohlen (s.Literaturliste).

Nach der Wende gründete sich der "Förderverein Gedenkstätte Heinersdorf-Welitsch". Der Verein pflegt die Außenanlagen und unterhält im ehemaligen Grenzabfertigungsgebäude aus der Wendezeit eine kleine Daueraustellung, die nach Absprache besichtigt werden kann.

  • Bachsperrwerk des in Richtung Westen fließenden Dorfbaches, errichtet 1980

    Bachsperrwerk des in Richtung Westen fließenden Dorfbaches, errichtet 1980

  • Damit war selbst bei Hochwasser die "Republikflucht" unmöglich.

    Damit war selbst bei Hochwasser die "Republikflucht" unmöglich.

  • In die Mauer eingelassener Beobachtungsbunker der Grenztruppen

    In die Mauer eingelassener Beobachtungsbunker der Grenztruppen

  • KFZ-Sperrgraben zur Verhinderung von motorisierten  "Grenzdurchbrüchen".

    KFZ-Sperrgraben zur Verhinderung von motorisierten "Grenzdurchbrüchen".

  • Gesamtansicht des Heinersdorfer Mauerfragments von Westen (Bayern) aus.

    Gesamtansicht des Heinersdorfer Mauerfragments von Westen (Bayern) aus.

  • Die Mauer sollte nicht nur die Flucht erschweren, sondern auch jeglichen Sichtkontakt ins Bayrische Welitsch verhindern.

    Die Mauer sollte nicht nur die Flucht erschweren, sondern auch jeglichen Sichtkontakt ins Bayrische Welitsch verhindern.

  • Mauer und KFZ-Sperrgraben: Dieser Bereich war auch nachts durch eine "Lichtsperre" taghell erleuchtet.

    Mauer und KFZ-Sperrgraben: Dieser Bereich war auch nachts durch eine "Lichtsperre" taghell erleuchtet.

  • Ende des Mauerfragments. Gerne hätte der Förderverein zur Mahnung mehr als nur 30 m der ehemals viele hundert Meter langen Mauer erhalten. Aber selbst der Erhalt dieses Teilstücks war nur gegen erheblichen Widerstand möglich.

    Ende des Mauerfragments. Gerne hätte der Förderverein zur Mahnung mehr als nur 30 m der ehemals viele hundert Meter langen Mauer erhalten. Aber selbst der Erhalt dieses Teilstücks war nur gegen erheblichen Widerstand möglich.

  • Mauerkrone aus Asbest - ein Befestigung von Wurfkrallen oder -ankern war unmöglich.

    Mauerkrone aus Asbest - ein Befestigung von Wurfkrallen oder -ankern war unmöglich.

  • Exponat der Dauerausstellung in der Gedenkstätte: SED-Parteiparole

    Exponat der Dauerausstellung in der Gedenkstätte: SED-Parteiparole

  • Gedenkstein vor der Mauer mit der Aufschrift: "Zum Gedenken an die friedlich erzwungene Grenzöffnung am 19.11.1989"

    Gedenkstein vor der Mauer mit der Aufschrift: "Zum Gedenken an die friedlich erzwungene Grenzöffnung am 19.11.1989"

  • Grenzabfertigungshäuschen aus der Wendezeit, damals gemeinsam benutzt von Grenztruppen und Bundesgrenzschutz

    Grenzabfertigungshäuschen aus der Wendezeit, damals gemeinsam benutzt von Grenztruppen und Bundesgrenzschutz

  • Ortseingangschild mit Grenzhäuschen an der Straße aus Richtung Welitsch (Bayern)

    Ortseingangschild mit Grenzhäuschen an der Straße aus Richtung Welitsch (Bayern)